Carboxy
Carboxy

Carboxy-Therapie

 

Der Be­griff Car­boxy­the­ra­pie be­schreibt die The­ra­pie mit me­di­zi­ni­schen CO2–In­jek­tio­nen in und unter die Haut. Das me­di­zi­ni­sche Koh­len­di­oxid brei­tet sich im Ge­webe aus und ent­fal­tet dort seine Wir­kung. Kleine Ka­pil­la­ren wer­den weit ge­stellt. Es kommt zu einer mas­si­ven Mehr­ver­sor­gung mit Sau­er­stoff. Zudem wird die Neu­bil­dung von kleins­ten Blut­ge­fäßen und auch Lymphgefäßen über embryologische Programme, hier dem VEGF, erreicht.

Ein anderes abgespeichertes Programm, HIF 1 alfa, führt zur Neubildung von körpereigenem Bin­de­ge­webe.  Dieser verblüffende Effekt beruht auf uralten, embryologischen Programmen, die in unseren Zellen gespeichert sind, und die durch ein künstliches Überangebot an CO2 erneut aufgerufen werden. Dieses künstliche Überangebot an CO2 führt überdies zu einer lokalen Ausschüttung von Endorphinen, körpereigenen morphinähnlichen Substanzen, was den verblüffenden schmerzstillenden Effekt erklärt, der typischerweise 2-3 Stunden nach der Injektion auftritt.

 

 

Bei der äs­the­tisch–­me­di­zi­ni­schen An­wen­dung spielt auch der fettauf­lö­sende Ef­fekt eine Rol­le. Zum einen wer­den Fett­zel­len durch di­rekte me­cha­ni­sche Ein­flüsse zer­stört. Durch die ver­bes­serte Durch­blu­tung wird das ein­ge­la­gerte Fett schnel­ler ab­ge­baut, durch das er­höhte Sau­er­stoff­an­ge­bot (Bohr­ef­fekt) wer­den die an­fal­len­den Fett­säu­ren schnel­ler oxi­diert. Als End­re­sul­tat zei­gen sich im Ge­we­be­bild we­ni­ger Fett­zel­len und ein fes­te­res sub­ku­ta­nes Bin­de­ge­we­be.

 

An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten 

  • Schmerz­the­ra­pie
  • Span­nungs­kopf­schmerz, Mi­grä­ne
  • Schmer­zen des Be­we­gungs­ap­pa­ra­tes
  • Ten­nis­arm
  • Ge­lenk­schmer­zen
  • HNO
  • Tin­ni­tus, Schwin­del
  • An­gio­lo­gie (Ge­fäß­me­di­zin)
  • Pe­ri­phere Durch­blu­tungs­stö­rung
  • Ve­nen­pro­bleme
  • Der­ma­to­lo­gie
  • Nar­ben­be­hand­lung
  • Pso­ria­sis
  • Va­ri­zen
  • Schwan­ger­schafts­strei­fen
  • Äs­the­ti­sche Me­di­zin
  • Fal­ten­the­ra­pie
  • CO2–­Lif­ting
  • Cel­lu­li­te­be­hand­lung
  • Fett­fehl­ver­tei­lung (auch in Kom­bi­na­tion mit Me­so­the­ra­pie und Li­po­ly­se)
  • Re­ju­ve­na­tion (auch Hän­de, Hals und De­col­tée)
  • Gy­nä­ko­lo­gie
  • Bla­sen­pro­bleme
  • Pru­ri­tus

 

Eine The­ra­pie mit Ge­schichte

Die An­wen­dung die­ses The­ra­pie-Ver­fah­rens hat Ge­schich­te. Be­reits im letz­ten Jahr­hun­dert wurde in Frank­reich und in den west­böh­mi­schen Ther­mal­bä­dern Ma­ri­en­bad und Karls­bad Koh­len­säure aus den Ther­mal­quel­len für In­jek­tio­nen ge­nutzt. In den Neun­zi­ger Jah­ren wurde das Ver­fah­ren in Ita­lien wei­ter­ent­wi­ckelt und wurden Ap­pli­ka­ti­ons-Tech­ni­ken für die äs­the­ti­sche Me­di­zin ein­ge­führt. Man nutzte dabei den ge­fäßer­wei­tern­den und li­po­ly­ti­schen Ef­fekt zur Be­hand­lung der Cel­lu­lite und zur Auf­lö­sung klei­ner Fett­pöls­ter­chen. Fal­ten­the­ra­pie und CO2-Lif­ting kamen hin­zu. Die The­ra­pie­form schwappt ge­rade nach Ame­rika und fin­det dort mas­sen­haf­ten Ein­satz als Er­satz für Fil­ler. In Süd­afrika fin­det sich ein wei­te­res Zen­trum der Car­boxy­the­ra­pie. Be­hand­lung von chro­ni­schen Schei­den­ent­zün­dun­gen, Bla­sen­ent­zün­dun­gen und Bla­sen­sen­kun­gen mit der dar­aus fol­gen­den Har­nin­kon­ti­nenz sind dort For­schungs­schwer­punkt. In Eu­ropa gilt die Uni­ver­si­tät von Siena als Zen­trum der Car­bos­si­te­ra­pia-For­schung. In Deutsch­land hat sich im Rah­men der Me­so­the­ra­pie ein Ar­beits­kreis "Car­boxy­the­ra­pie" ge­bil­det.

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